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Kooperative und integrierte Planung und Steuerung für gelingendes Aufwachsen
08.07.2026 | Blogbeitrag von Anne-Kathrin Gebauer

5 Ansätze mit denen Frankfurt am Main Visionen zur Realität macht

Wir schrei­ben das Jahr 2050 in Frank­furt am Main: Kin­der und Jugend­li­chen füh­ren in der Stadt ein gutes Leben. Sie sind resi­li­ent und es herrscht Chan­cen­ge­rech­tig­keit für alle. Wer Unter­stüt­zung sucht, fin­det sie – schnell, unkom­pli­ziert und nah. Sta­tis­ti­ken zei­gen, dass sich die kör­per­li­che und men­ta­le Gesund­heit jun­ger Men­schen in Frank­furt am Main ver­bes­sert hat und die Lebens­qua­li­tät steigt.

“Ich möch­te, dass die­se Visi­on Rea­li­tät wird, damit Kin­der und Jugend­li­che, die benach­tei­ligt sind, auch wirk­lich teil­ha­ben kön­nen” ‑Nani­ne Delmas

Nani­ne Del­mas, Lei­te­rin des Jugend- und Sozi­al­am­tes Frank­furt am Main und Chris­ti­an Hey-Nguy­en, Team­lei­ter Jugend­hil­fe- und Sozi­al­pla­nung, arbei­ten täg­lich dafür, dass all das nicht nur ein Zukunfts­wunsch bleibt: „Ich möch­te, dass die­se Visi­on Rea­li­tät wird, damit Kin­der und Jugend­li­che, die benach­tei­ligt sind, auch wirk­lich teil­ha­ben kön­nen“ so Nani­ne Del­mas. Chris­ti­an Hey-Nguy­ens zen­tra­les Anlie­gen ist es, die Gemein­schaft zu stär­ken und soli­da­risch mit­ein­an­der zu sein. Des­halb möch­te er die Jugend­hil­fe­pla­nung unter ande­rem stär­ker von benach­tei­lig­ten und mehr­fach mar­gi­na­li­sier­ten Per­so­nen aus denken.

Wel­chen Bei­trag kön­nen gro­ße Visio­nen und Kon­zep­te für eine inte­grier­te Pla­nung leis­ten? Und wel­che Schrit­te braucht es, damit sie auch wirk­lich Rea­li­tät wer­den – ins­be­son­de­re in einer so gro­ßen Stadt wie Frank­furt am Main? Dar­über spra­chen wir mit Nani­ne Del­mas und Chris­ti­an Hey-Nguyen.

Para­dig­men­wech­sel in Frank­furt am Main

In den ver­gan­ge­nen sechs Jah­ren hat Nani­ne Del­mas das Jugend- und Sozi­al­amt in Frank­furt am Main mit viel Tem­po und Ambi­tio­nen umstruk­tu­riert. Eine neu gegrün­de­te Stabs­stel­le „Pla­nung, Ent­wick­lung und sozi­al­raum­ori­en­tier­te Hil­fen“ hat Del­mas direkt bei sich ange­dockt, um so auf kur­zem Weg mit den rele­van­ten Pla­nungs­stel­len arbei­ten zu kön­nen. Wur­de in der Ver­gan­gen­heit der Fokus eher auf Sozi­al­be­richt­erstat­tung und Moni­to­ring gelegt, legt Nani­ne Del­mas ihn nun auf sys­te­ma­ti­sche Pla­nung. Mit der Stabs­stel­len­lei­tung Chris­ti­na Ben­der und Team­lei­tung Chris­ti­an Hey-Nguy­en hat sie Mit­strei­ten­de an ihrer Sei­te, die mit ihr eine Idee tei­len: Künf­tig soll stär­ker stra­te­gisch von den Bedar­fen der Adressat:innen aus­ge­hend geplant wer­den und die Qua­li­täts­ent­wick­lung der Ange­bo­te im Fokus ste­hen. Das ist ein Para­dig­men­wech­sel, der die Zusam­men­ar­beit im Jugend- und Sozi­al­amt, mit den Sozi­al­rat­häu­sern und den Trä­gern der frei­en Jugend­hil­fe ver­än­dert und dabei auf unter­schied­li­che Arbeits­wei­sen, gewach­se­nen Struk­tu­ren und Geschwin­dig­kei­ten stößt.

Daher muss auch die Jugend­hil­fe­pla­nung ganz­heit­lich und inte­gra­tiv auf­ge­stellt wer­den. Dafür sol­len die ver­schie­de­nen Fach­pla­nun­gen (z.B. für Offe­ne Kin­der- und Jugend­ar­beit, Hil­fen zur Erzie­hung, Jugend­be­rufs­hil­fe) sys­te­ma­ti­scher auf­ein­an­der bezo­gen und die Bedar­fe von Kin­dern und Jugend­li­chen – auch durch eine ver­än­der­te Zusam­men­ar­beit mit den frei­en Trä­gern – noch stär­ker pla­nungs­re­le­vant wer­den. Eben­so ist es wich­tig, die Sicht­wei­se ande­rer Ämter ein­zu­be­zie­hen, um die Lebens­be­din­gun­gen ganz­heit­lich zu betrach­ten und zu ver­än­dern. Wie genau geht Frank­furt dabei vor?

Ansatz 1: Die Sozi­al­kon­zep­ti­on wird bekannt und handhabbar

Die Sozi­al­kon­zep­ti­on von Nani­ne Del­mas ist der zen­tra­le Bau­stein, um die anfangs beschrie­be­ne Visi­on Wirk­lich­keit wer­den zu las­sen. Sie ist ein Weg­wei­ser für die fach­li­che Ori­en­tie­rung und Hal­tung der Arbeit des Amtes. Dafür betrach­tet sie über­ge­ord­ne­te Zie­le, die als Richt­schnur für die nächs­ten 10 bis 15 Jah­re dienen.

In der Sozi­al­kon­zep­ti­on fin­den sich kei­ne kon­kre­ten Hand­lungs­an­wei­sun­gen oder Pro­zess­schrit­te für ein­zel­ne Teil­be­rei­che. Als fach­lich fun­dier­ter Kom­pass bie­tet sie viel­mehr einen Rah­men für die Wei­ter­ent­wick­lung von Fach­kon­zep­ten und für die Bera­tung der Poli­tik. Die Sozi­al­kon­zep­ti­on zeigt deut­lich, dass sich das Jugend- und Sozi­al­amt als ver­läss­li­che Part­ne­rin für die Men­schen in Frank­furt ver­steht und Steue­rungs- und Pla­nungs­ver­ant­wor­tung in Koope­ra­ti­on mit Trä­gern sowie wei­te­ren Insti­tu­tio­nen über­nimmt. Unter dem Dach der Sozi­al­kon­zep­ti­on ent­wi­ckeln alle Orga­ni­sa­ti­ons­ein­hei­ten ein­rich­tungs­be­zo­ge­ne oder ziel­grup­pen­ori­en­tier­te Kon­zep­te. Der Mensch soll im Mit­tel­punkt stehen.

Neue Ange­bo­te für die Quartiere

Eine Refle­xi­on und Ope­ra­tio­na­li­sie­rung der Sozi­al­kon­zep­ti­on soll in den jewei­li­gen Fach­be­rei­chen, Abtei­lun­gen und in den Sozi­al­rat­häu­sern erfol­gen. Die Reso­nanz auf das Kon­zept ist ver­schie­den: „Man­che haben schon dar­auf gewar­tet, ande­re sind eher zurück­hal­tend, weil sie eine sol­che inhalt­li­che Aus­rich­tung einer Ver­wal­tung nicht ken­nen“ berich­tet Del­mas. Eini­ge Erfol­ge gibt es jedoch schon: Im Rah­men von gemein­sa­men Pro­zes­sen mit den Lei­tun­gen und Mitarbeiter:innen ver­schie­de­ner Sozi­al­rat­häu­ser Frank­furts konn­ten bereits Ange­bo­te ent­wi­ckelt wer­den, die auf eine stär­ke­re Sozi­al­raum­ori­en­tie­rung set­zen. Hier­bei kommt z. B. ein „Social Bus“ zum Ein­satz, der die Leis­tun­gen des Sozi­al­rat­hau­ses für Men­schen in beson­ders von Benach­tei­li­gung betrof­fe­nen Quar­tie­ren zugäng­lich macht. Ande­re Quar­tie­re haben bereits sozi­al­räum­li­che Ana­ly­sen vor­ge­nom­men und dabei betrach­tet, wel­che Ange­bo­te es schon gibt, und die­se mit den Bedar­fen der Bewohner:innen abge­gli­chen. Die­se Ana­ly­sen sind Grund­la­ge für die Ent­wick­lung neu­er Ange­bo­te: z.B. kos­ten­frei­er Feri­en­spaß auf Spiel­plät­zen vor Ort oder Bera­tun­gen in Altenheimen.

Ein Schlüs­sel für Ver­än­de­rung: Kolleg:innen einbinden

Auf Grund­la­ge der Sozi­al­kon­zep­ti­on wur­de eine stra­te­gi­sche Per­so­nal­ent­wick­lung initi­iert. Ein For­mat ist „Frank­furt kri­tisch“. Hier lädt die Amts­spit­ze ca. 4 mal im Jahr alle Mit­ar­bei­ten­den ein, um ver­schie­de­ne gesell­schafts­kri­ti­sche The­men aus­ge­hend von Impul­sen aus der Wis­sen­schaft und Pra­xis zu dis­ku­tie­ren. Damit soll auch der Nut­zen sozi­al­räum­li­cher sowie ziel­grup­pen- und bedarfs­ori­en­tier­ter Arbeit ver­deut­lich wer­den: „Wir wol­len nied­rig­schwel­li­ge Ange­bo­te vor Ort eta­blie­ren und damit unse­re Kun­den errei­chen. So kön­nen wir bei klei­nen Din­gen schnell hel­fen. Lang­fris­tig erge­ben sich so hof­fent­lich weni­ger schwe­re Inter­ven­tio­nen und viel­leicht auch ins­ge­samt eine Reduk­ti­on der har­ten Ein­grif­fe. Wir kön­nen etwa bei der Wohn­raum­er­hal­tung unter­stüt­zen und Räu­mungs­kla­gen ver­hin­dern oder Kin­der in einem Pro­jekt mit Künstler:innen zu mehr Selbst­wirk­sam­keit ver­hel­fen“ erklärt Nani­ne Delmas.

Dabei gilt es, nicht nur die Lei­tun­gen der Sozi­al­rat­häu­ser gut mit­zu­neh­men, son­dern auch über­las­te­te Mit­ar­bei­ten­de dazu zu moti­vie­ren, ein­ge­fah­re­ne Wege zu ver­las­sen. Das sei nicht leicht, so Nani­ne Del­mas, mache aber einen gro­ßen Unter­schied: „Wir sehen das in einem unse­rer Sozi­al­rat­häu­ser. Wir konn­ten die Kolleg:innen dort über­zeu­gen, ihre Ange­bo­te direkt in die Geflüch­te­ten­un­ter­künf­te zu tra­gen. Jetzt machen die Kolleg:innen ihre Bera­tun­gen vor Ort in den Unter­künf­ten. Das Ergeb­nis: Die Fall­zahl für inva­si­ve Jugend­hil­fe­leis­tun­gen ist enorm zurück­ge­gan­gen.“ Nani­ne Del­mas ist des­halb über­zeugt: „Wenn die Kolleg:innen den Nut­zen sehen, sind sie für Ver­än­de­run­gen auch offen!“

Leit­fa­den und Work­shops bie­ten Hil­fe­stel­lung bei der Umsetzung

Zusätz­lich soll ein Leit­fa­den den Sozi­al­rat­häu­sern den Ein­stieg in eine stär­ker Sozi­al­raum, bedarfs- und ziel­grup­pen­ori­en­tier­te Arbeit erleich­tern. Er soll den Lei­tungs­kräf­ten in den Häu­sern mehr Ori­en­tie­rung geben und den Umset­zungs­pro­zess der Sozi­al­kon­zep­ti­on für sie noch trans­pa­ren­ter machen.

Im Leit­fa­den wer­den Erfah­run­gen aus dem bis­he­ri­gen Pro­zess und Bei­spie­le guter Umset­zungs­pra­xis auf­ge­grif­fen. Er baut auf Erfah­run­gen aus Work­shops zur Umset­zung der Sozi­al­kon­zep­ti­on auf, die bereits mit ein­zel­nen Sozi­al­rat­häu­sern durch­ge­führt wur­den. Die­se Modell-Work­shops zeig­ten den Teil­neh­men­den z.B. wel­che bestehen­de Infor­ma­ti­ons­res­sour­cen (z. B. Moni­to­ring, Geo­por­tal) es bereits gibt. Außer­dem arbei­te­ten sie mit Fall­bei­spie­len und Per­so­nas, um den Zusam­men­hang zwi­schen indi­vi­du­el­ler Bio­gra­fie und Sozi­al­raum greif­ba­rer zu machen. Anschlie­ßend ent­wi­ckel­ten die Teil­neh­men­den Ideen für alter­na­ti­ve Arbeits­wei­sen, iden­ti­fi­zier­ten bestehen­de Zugangs­bar­rie­ren und sam­mel­ten Ansät­ze für inno­va­ti­ve Kon­zep­te, um die­sen zu begeg­nen. Ziel ist es, die Feld­kennt­nis der Mit­ar­bei­ten­den zu stär­ken, da sie in den ver­gan­ge­nen Jah­ren häu­fig nur die Bear­bei­tung ihrer Ein­zel­fäl­le im Blick hat­ten und die Kennt­nis­se ihrer Sozi­al­räu­me dabei aus dem Blick gerieten.

Ansatz 2: Wer betei­ligt, stellt Ziel­grup­pen in den Fokus

„Ein Sozi­al­rat­haus­be­zirk umfasst ca. 100.000 Ein­woh­nen­de – das ist eine Groß­stadt!“ so Nani­ne Del­mas. Die Bedar­fe all die­ser Men­schen vor Ort zu ken­nen, ist für die Pla­nung und Steue­rung von enor­mer Bedeu­tung. Wie erhebt die Stadt Frank­furt die­se Bedar­fe? Das wird am Bei­spiel der Offe­nen Kin­der- und Jugend­ar­beit (OKJA) deutlich.

„Kin­der, Jugend­li­che und Fami­li­en wis­sen oft nicht, was es alles gibt. Oder die Ange­bo­te pas­sen nicht, weil die Ein­rich­tun­gen nicht nied­rig­schwel­lig genug sind. Manch­mal fin­den sie auch an Orten statt, an denen man die Ziel­grup­pen gar nicht antrifft. Oder die Trä­ger wis­sen zu wenig über die tat­säch­li­chen Bedar­fe ihrer Adressat:innen“ erklärt Nani­ne Del­mas. Ein Teil der Lösung: „Um zu ver­ste­hen, was die Bedar­fe der Adressat:innen sind, müs­sen wir ihre Per­spek­ti­ve ein­neh­men oder sie direkt befra­gen“ betont Chris­ti­an Hey-Nguyen.

Mit Hil­fe von Befra­gun­gen jun­ger Men­schen in den Ein­rich­tun­gen der OKJA und auch im öffent­li­chen Raum, ver­sucht die Jugend­hil­fe­pla­nung nun herauszufinden:

  • Sind die Ein­rich­tun­gen der OKJA bekannt?
  • Wie wer­den die­se wahrgenommen?
  • War­um wer­den die Ein­rich­tun­gen von Jugend­li­chen genutzt und war­um auch nicht?

Aus den Befra­gungs­er­geb­nis­sen sol­len anschlie­ßend Pla­nungs­schrit­te abge­lei­tet werden.

Ansatz 3: Die inklu­si­ve Offe­ne Kin­der- und Jugend­ar­beit als Pilot für inte­grier­te Planung

Das ers­te Vor­ha­ben von Chris­ti­an Hey-Nguy­en und sei­nen Kolleg:innen im Rah­men der inte­grier­ten Kin­der- und Jugend­hil­fe­pla­nung: Sie ent­wi­ckeln eine Stra­te­gie zur Umset­zung einer inklu­si­ven Kin­der- und Jugend­hil­fe. Damit möch­te Frank­furt einen Bei­trag zur Umset­zung der UN-Behin­der­ten­rechts­kon­ven­ti­on leis­ten und den Ände­run­gen im SGB VIII § 11 (1) gerecht werden.

Die Arbeit an dem Kon­zept erfolgt gemein­sam mit den Fach­pla­nun­gen. Die Rol­le der Jugend­hil­fe­pla­nung sieht Chris­ti­an Hey-Nguy­en dar­in, Rou­ti­nen und Struk­tu­ren zu schaf­fen, Infor­ma­tio­nen zu bün­deln, zu sor­tie­ren und zu bewer­ten. Die Jugend­hil­fe­pla­nung beglei­tet die Fach­pla­nun­gen bei der Umset­zung und dem Auf­bau neu­er gemein­sa­mer Pla­nungs­kreis­läu­fe. Ziel ist es, im Rah­men die­ser koor­di­nie­ren­den Tätig­keit und eines guten Wis­sens- und Daten­ma­nage­ments, die Fach­pla­nun­gen hand­lungs­fä­hi­ger zu machen sowie ihr jeweils eige­nes Hand­lungs­feld zielgruppen‑, gerech­tig­keits- und wir­kungs­ori­en­tiert wei­ter­zu­ent­wi­ckeln. Die Jugend­hil­fe­pla­nung sorgt damit auch für Trans­pa­renz im Pro­zess und in der Koope­ra­ti­on zwi­schen den ver­schie­de­nen Fach­pla­nun­gen, sichert die neu­en Struk­tu­ren im Rah­men eines ent­spre­chen­den Gesamt­kon­zepts und küm­mert sich um des­sen Kommunikation. 

Ein wich­ti­ger Start­punkt dafür sind die Sach­be­rich­te der Trä­ger. Ihre Struk­tur wird aktu­ell über­ar­bei­tet. Ziel ist es, im Zuwen­dungs­be­reich über hand­lungs­feld­spe­zi­fi­sche Befra­gun­gen wei­te­res wich­ti­ges Pla­nungs­wis­sen zu gene­rie­ren. Das kann bedeu­ten, dass z. B. detail­lier­te Fra­gen zur Bar­rie­re­frei­heit von Ange­bo­ten im Hand­lungs­feld „OKJA“ gestellt wer­den. Hier­zu befin­det sich die Jugend­hil­fe­pla­nung der­zeit mit einer Fach­pla­nung im Aus­tausch, wobei neben inhalt­li­chen Aspek­ten auch Fra­gen zur genutz­ten digi­ta­len Infra­struk­tur und der Daten­hal­tung rele­vant sind. Aktu­ell baut Frank­furt die not­wen­di­ge digi­ta­le Infra­struk­tur auf und ent­wi­ckelt die inhalt­li­chen Abfra­gen für die Hand­lungs­fel­der. Das geschieht in Koope­ra­ti­ons­ge­sprä­chen mit den zustän­di­gen Fach­pla­nun­gen und Organisationseinheiten.

Ansatz 4: Eine stra­te­gi­sche Finanz­pla­nung und Per­so­nal­ent­wick­lung im Jugend- und Sozialamt

„Ins­be­son­de­re in Zei­ten schlech­ter Haus­halts­la­gen ver­sucht das Amt, nicht im umge­kehr­ten Gieß­kan­nen­prin­zip zu spa­ren, son­dern dort, wo es am sozi­al­ver­träg­lichs­ten ist.“ – Chris­ti­an Hey-Nguyen

Nani­ne Del­mas und Chris­ti­an Hey-Nguy­en ist für ihre Pla­nung und Steue­rung wich­tig, von mar­gi­na­li­sier­ten Grup­pen aus zu den­ken, um mehr Chan­cen­ge­rech­tig­keit zu ermög­li­chen. Aber was bedeu­tet es, aus der Per­spek­ti­ve von benach­tei­lig­ten Per­so­nen­grup­pen zu pla­nen? Chris­ti­an Hey-Nguy­en ver­deut­licht das an einem Bei­spiel: „Ins­be­son­de­re in Zei­ten schlech­ter Haus­halts­la­gen ver­sucht das Amt, nicht im umge­kehr­ten Gieß­kan­nen­prin­zip zu spa­ren, son­dern dort, wo es am sozi­al­ver­träg­lichs­ten ist.“ Eine stra­te­gi­sche Finanz­ent­wick­lung im Jugend- und Sozi­al­amt unter­stützt die­se Ent­schei­dun­gen, indem sie selbst an Zie­len aus­ge­rich­tet ist. „Ich erle­be es so, dass wir – die Stab­stel­le, die Amts­lei­tung und auch ver­schie­de­ne ande­re Orga­ni­sa­ti­ons­ein­hei­ten – hier wirk­lich zusam­men an einem Strang zie­hen“ sagt Chris­ti­an Hey-Nguy­en. Dies mer­ken wir z. B. bei der gro­ßen Bereit­schaft der ver­schie­de­nen Kolleg:innen, neue gemein­sa­me Pla­nungs­struk­tu­ren auf­zu­bau­en, die spä­ter dann auch dif­fe­ren­zier­te­re (Finanz-)Entscheidungen ermöglichen.

Eben­so wur­de eine stra­te­gi­sche Per­so­nal­ent­wick­lung auf­ge­baut, um einer­seits Per­so­nal mit einer pas­sen­den Grund­hal­tung zu gewin­nen, zu hal­ten und Füh­rung wei­ter zu pro­fes­sio­na­li­sie­ren etc. So konn­te der Stel­len­be­set­zungs­grat auf über 95% erhöht wer­den. Zu die­sem Ergeb­nis tru­gen Fort­bil­dun­gen bei und dass The­men wie Per­so­nal­ge­sund­heit nun eine stär­ke­re Rol­le spie­len. „Gute Arbeit braucht qua­li­fi­zier­tes Per­so­nal mit Herz und Enga­ge­ment, das Sinn in der Arbeit sieht und sich damit iden­ti­fi­ziert“ so Nani­ne Delmas.

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Ansatz 5: Eine Bra­vo-Zeit­schrift für das Amt

Das Inter­es­se an amts­über­grei­fen­den Koope­ra­tio­nen ist in Frank­furt groß: Das Jugend- und Sozi­al­amt orga­ni­sier­te gemein­sam eine Gesund­heits­kon­fe­renz. Das Stadt­pla­nungs­amt nutzt die Exper­ti­se des Jugend- und Sozi­al­am­tes, um sozi­al­räum­li­che Bedar­fe bes­ser benen­nen zu kön­nen: Das wird deut­lich in der Über­füh­rung der Quar­tiers­ma­nage­ments vom Stadt­pla­nungs­amt in die Ver­ant­wort­lich­keit des Jugend- und Sozi­al­amts. Die Daten des Jugend- und Sozi­al­amts wer­den bei­spiels­wei­se für die Steue­rung des Pro­gramms „sozia­ler Zusam­men­halt“ genutzt, das in Ver­ant­wor­tung der Stadt­pla­nung liegt. Zudem ent­wi­ckeln das Jugend- und Sozi­al­amt und das Woh­nungs­amt gemein­sam Ideen für spe­zi­el­le Ziel­grup­pen. „Mit der Pla­nungs­ab­tei­lung, Amts­lei­tung und den Men­schen, die hier im Haupt­haus sind, arbei­ten wir rela­tiv erfolg­reich zusam­men. Aber der Draht nach innen, also in die Sozi­al­rat­häu­ser, an dem arbei­ten wir noch.“

Ein ers­ter Ver­such des Amtes, das gro­ße Wort „Hal­tung“ mit Leben zu fül­len, ist eine Amts-Bra­vo. Ange­lehnt an das bekann­te Jugend­ma­ga­zin bringt das Jugend- und Sozi­al­amt ein­mal im Jahr ein Maga­zin her­aus, in dem gute Bei­spie­le aus der Ver­wal­tungs­pra­xis prä­sen­tiert wer­den, eben­so wie Ver­wal­tungs-Sack­gas­sen. Auch eine Rubrik zu Skur­ri­li­tä­ten aus lang­jäh­ri­ger Ver­wal­tungs­zu­ge­hö­rig­keit ist dar­in zu fin­den. Mit der Amts-Bra­vo soll amts­in­tern gezeigt wer­den: Es ist okay, wenn etwas, das neu aus­pro­biert wur­de auch mal schei­tert, denn Ver­wal­tungs­han­deln kann sich ver­än­dern. Es lohnt sich, von ande­ren zu wis­sen und zu lernen.

Krea­ti­ve Ansät­ze und lan­ger Atem: Ohne geht es nicht!

Nani­ne Del­mas, Lei­te­rin des Amts, und ihr Kol­le­ge Chris­ti­an Hey-Nguy­en aus der Stabs­stel­le Jugend­hil­fe­pla­nung haben gro­ße Zie­le und kla­re Visio­nen. Zusam­men­ar­beit stra­te­gisch neu aus­rich­ten, Arbeits­pro­zes­se – wo nötig – ver­än­dern und koope­ra­ti­ve­re Zusam­men­ar­beit för­dern – das sind Ansät­ze, mit denen sie aus Zie­len und Visio­nen Rea­li­tät machen wol­len. Immer mit dabei: Mit­ar­bei­ten­den und Kolleg:innen, die sie abho­len, mit­neh­men und begeis­tern kön­nen und wollen.

„Es braucht gegen­sei­ti­ges Ver­ständ­nis für unter­schied­li­che Arbeits­wei­sen in der Ver­wal­tung. Mir ist wich­tig, dass Kopf, Herz und Hand in der Gesamt­or­ga­ni­sa­ti­on zusam­men­fin­den.“ - Nani­ne Delmas

Dass sich Tem­pi und Dyna­mi­ken in der Stab­stel­le und den Sozi­al­rat­häu­sern manch­mal unter­schei­den, zeigt: Für Ver­än­de­run­gen braucht es neben einem kla­ren Rah­men auch krea­ti­ve Lösungs­an­sät­ze, Wert­schät­zung für das, was bereits gut läuft sowie Zeit und Orte, an denen Aus­tausch und Annä­he­rung statt­fin­den kann. 

Frank­furt am Main ist eine von 8 Kom­mu­nen in unse­rem K360-Fel­low-Pro­gramm.
Mit dem Pro­gramm unter­stüt­zen wir die Kom­mu­nen, ihre Vor­ha­ben im Bereich der inte­grier­ten Pla­nung und Steue­rung für gelin­gen­des Auf­wach­sen ziel­ge­rich­tet vor­an­zu­brin­gen und pas­sen­de Ant­wor­ten auf kom­mu­na­le Her­aus­for­de­run­gen in Kri­sen­zei­ten zu fin­den. Das Pro­gramm umfasst eine indi­vi­du­el­le Beglei­tung von Kom­mu­nen, bewähr­te Fort­bil­dungs­an­ge­bo­te und inter­kom­mu­na­le Ver­net­zungs­for­ma­te. Regel­mä­ßig geben wir im Maga­zin Ein­bli­cke in die Arbeit der Kom­mu­nen. Wenn Sie kei­nen Bei­trag ver­pas­sen wol­len, abon­nie­ren Sie unse­ren Newsletter.

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